Freitag, 29. Juli 2016

Para-Soziale Interaktion.

Dieser Artikel fasst das Vox Video "Kim Kardashian's greatest Talent" zusammen.

Kim Kardashian verdiente 2015 laut Forbes 52,5 Millionen Dollar. Wenn man fragt, was sie eigentlich genau macht, wird lächelnd mit den Schultern gezuckt. Bei It-Girls, generell Menschen, die ihr Geld mit ihrem Lebensstil verdienen, ist es en vogue, darüber zu stehen und zu scandieren, dass man sich nicht dafür interessiert. Zu den Medien-Omni-Präsenten Kardashians gibt es sogar eine Chrome Extension, die sämtliche Inhalte entfernt, in denen dieser Name vorkommt.

Was immer man von IT-Girls hält, es lohnt sich, doch einmal genauer hinzuschauen. Sie sind stimmgebende Stilikonen mit Millionen von Fans. Die Haupteinnahmen des Medien-Stars setzen sich zusammen aus: Auftritten, Sponsorings/Werbeverträgen und ihres sehr erfolgreichen Appspiels. Warum ist es für Werber interessant, Frau Kardashian zu buchen?



Heutzutage werden wir regelrecht unter Werbung begraben. Die schiere Masse an Werbung hat uns darauf trainiert, dass wir erkennen, wann uns etwas verkauft wird und diese Werbung dann ausblenden. Auch ohne Adblocker schaffen es Leute, blinkende gif-Banner am Rand eines Nachrichtenartikels zu ignorieren und wenn der Nachrichtenartikel selbst ein nur dünn getarnter Werbetext ist, kann eine Zeitschrift an Ansehen verlieren, obwohl gesponsorter Journalismus seine Berechtigung hat.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Chatbots 2: e-Commerce

Warum Chatbots

Auch Jahre nach der Einführung taucht Karl Klammer (der Comic-Assistent von Microsoft Office) in Aprilscherzen auf. So hat Blizzard 2011 angekündigt, dass die virtuelle Krabbe "Crabby" Spielern von nun an im schönsten Comic Sans durch Abenteuer helfen wird. So niedlich animiert die kleinen Avatare waren, Karl Klammer und Konsorten wurden grade von Technik-affineren Nutzern als störend empfunden. Durch den Blizzard-Aprilscherz wird deutlich, was das Problem war: Die Immersion wird unterbrochen. Man ist in Word selten, um unterhalten zu werden und/oder darauf eingestellt, jetzt ein Gespräch zu führen. Wenn man ein Problem hat, möchte man in diesen Umgebungen schnell eine sachliche Lösung.

Warum kündigt Facebook nun 2016 an, auf die Technologie Chatbots zurückzugreifen? Als Beispiel zeigt Facebook auf seiner Entwicklerkonferenz einen Bot, der dem Nutzer Wetterdaten übermittelt. Dabei soll es nicht bleiben. 
Chatbots sind in den letzten Jahren zwar weiterentwickelt worden, aber nutzbare Qualität hatten sie auch vor 5 Jahren schon. Es gibt eine einfache Erklärung dafür, warum sie plötzlich attraktiv werden:

Sonntag, 10. Juli 2016

Chatbots 1: Turing-Test

CAPTCHA


Und wieder muss man in einem Anmeldeformular eine kaum leserliche Zeichenfolge abtippen, um die Datenbank zu überzeugen, dass man ein Mensch ist. Immer diese blöden CAPTCHAs! Doch in diesen CAPTCHAs steckt etwas, das wir anders herum anwenden, um in Wettbewerben Text-Bots auf die Schliche zu kommen: Ist unser digitaler Gesprächspartner vielleicht ein Bot? 

CAPTCHA steht für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Der geniale britische Mathematiker Alan Turing schrieb 1950 das einflussreiche Paper Computing Machinery and Intelligence (erschienen im Magazin Mind). Darin stellt er die Frage, ob wir künstliche Intelligenz erkennen würden und sieht voraus, dass die Entwicklung künstlicher Kommunikatoren im Jahr 2000 so weit ist, dass  30% der Gesprächspartner glauben, mit einem Menschen zu reden, obwohl sie sich mit einem Bot unterhalten.

Loebner Preis


Seit 1990 wird der Loebner Preis für künstliche Intelligenz verliehen. Relativ zu anderen Teilnehmern des Jahres wird der "menschgleichste" Chatbot ermittelt: im Turing-Test. Dabei reden die Versuchsperson für fünf Minuten mit jeweils einer Person und einem Programm. Programm und menschlicher Chatpartner versuchen, den Tester von ihrem Mensch-Sein zu überzeugen. Bis jetzt erreichte das beste Programm eine Marke von 25%. 

Freitag, 1. Juli 2016

Ethos, Pathos, Logos am Beispiel Donald Trump (von Janik Pahl)



Donald Trump Las Vegas (2016) by Gage Skidmore; Quelle: Wikimedia.org [1]
Aristoteles gilt bis heute als einer der bedeutendsten Philosophen und Begründer der Logik als Wissenschaft, sowie einiger weiterer Naturwissenschaften.[2] Er verfasste aber unter anderem auch drei Bände über die Kunst der Rhetorik, deren Lehren noch heute allgegenwärtig sind. Im ersten der drei Bände befasst Aristoteles sich mit den drei technischen Mitteln der Überzeugung: Ethos, Pathos und Logos.[3]

Nach Aristoteles müssen technische Mittel der Überzeugung vom Redner erzeugt werden. Bereits existierende Fakten wie Schwüre, Zeugenaussagen usw. dienen zwar ebenfalls der Überzeugung, können jedoch nicht durch den Redner innerhalb der Rede beeinflusst werden und gehören nicht zu den technischen Mitteln. Die drei technischen Überzeugungsmittel leiten sich aus den drei Bestandteilen einer Rede ab: Dem Redner, dem Publikum und der Sache, über die geredet wird. So kann eine Überzeugung in 1. dem Charakter des Redners, 2. dem emotionalen Zustand des Publikums und 3. dem Argument selbst wurzeln.[4]

Donnerstag, 30. Juni 2016

Kommunikationstheorie im Zeitalter der Sozialen Medien: Facebook überarbeitet Newsfeed Algorithmus

Die PR-Essays sind korrigiert und generell gut ausgefallen. Und als ob Facebook dies gewusst hätte - wer weiß was FB alles so weiß :-) - hat Facebook gestern seinen Newsfeed Algorithmus überarbeitet. Der Algorithmus gibt Posts von Freunden nun mehr Gewicht, Beiträge von Seiten werden relativ hierzu abgewertet. Die Sichtbarkeit von Posts für Fans einer Seite verbessert sich nach den neuen Regeln allerdings wieder, wenn Freunde die Inhalte teilen. Für diejenigen, die sich mit selektiver Informationswahrnehmung, Agenda-Setting, der Schweigespirale, Gate-Keeping oder Kultivierungstheorien und Kognitiver Dissonanz beschäftigt haben, sollte dies einiges zu denken geben.
Wer weiter recherchieren will, hier die Bekanntgabe von Facebook, ein allgemeiner Artikel auf Cnet und einer auf Wired.de.
Viel Spaß beim Grübeln, welche Auswirkungen eine solche, voraussichtlich weitere Einengung der Nachrichtenwahrnehmung auf die Gesellschaft haben kann - insbesondere bei denjenigen, die bereits jetzt sehr eingeschränkt ihre Informationen und Nachrichten größtenteils online und über soziale Medien beziehen. Und natürlich betrifft eine solche Entwicklung auch direkt die Digitalisierung von Erlössmodellen von Nachrichtengeneratoren da sie weniger Traffic auf ihren Seiten erhalten werden - beziehungsweise nur noch diejenigen Nachrichtenseiten werden Traffic erhalten, die das veröffentlichen, was andere weiterleiten wollen.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Virtual Reality wird finally reality

Wie gegen Ende der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts Farbe und Ton den Film verändert haben, werden Virtual und Augmented Reality Spiele, Film, Journalismus und sicherlich auch unsere Bildung verändern, wahrscheinlich auch in etwas weiterer zeitlicher Distanz die Gesundheitsbranche und voraussichtlich sehr bald alle Bereiche in unserer produzierenden Wirtschaft, im ersten Schritt diejenigen, die mit Instandhaltung und Reparatur zu tun haben. In Verbindung mit künstlicher Intelligenz werden Virtual und Augmented Reality wahrscheinlich den zukünftigen Umgang mit unserer Umwelt bestimmen, so dass wir in einer Mixed Reality leben werden.

Montag, 9. Mai 2016

Success-Stories in Digital Print - Erfolgsgeschichten bei der Digitalisierung von Nachrichten-basierten Geschäftsmodellen


Im Kurs Medientechnik sind wir dieses Semester bereits einige Male auf die Veränderungen der 'Print-Branche' zu sprechen gekommen. Hierbei habe ich wiederholt auf die (noch wenigen) Erfolgsgeschichten des Wandels von Print zu Digital verwiesen, wie Bild, Focus und Spiegel-Online in Deutschland, The Guardian und Daily Mail in Großbritannien, die Washington Post und die New York Times in den USA. Die New York Times hat vor wenigen Tagen ihre Bilanz vorgestellt, aus der der zunehmende Anteil des digitalen Geschäfts deutlich hervorgeht. Der Economist hat das Gebot der Daily Mail für Yahoo zum Anlass genommen, den digitalen Erfolg der Daily Maily als das wichtigste englisch-sprachige Nachrichtenportal der Welt mit über 220 Millionen Unique Usern pro Monat zusammenzufassen. Beide Artikel sind sehr lesenswert.