Donnerstag, 30. August 2012

Digital Divide - Wer sind Deutschlands Offliner

Über 75% der Deutschen, die 14 Jahre oder älter sind, nutzen zumindest gelegentlich das Internet. Bei den 14 bis 29 Jährigen ist es das Medium, dem sie zeitlich gesehen die meiste Aufmerksamkeit widmen (150 Minuten pro Tag). Aber wer sind dann noch die 25% Offliner?

Ein Blick in die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie lässt schnell erkennen, dass rein statistisch gesehen und nicht unbedingt überraschend Deutschlands Offliner älter, nicht (mehr) berufstätig und tendenziel weiblich sind.

Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland 1997 bis 2012
gelegentliche Onlinenutzung
1997
2002
2007
2012
Gesamt
6,5
44,1
62,7
75,9
Geschlecht
männlich
10,0
53,0
68,9
81,5
weiblich
3,3
36,0
56,9
70,5
 
Alter
14-19 J.
6,3
76,9
95,8
100,0
20-29 J.
13,0
80,3
94,3
98,6
30-39 J.
12,4
65,6
81,9
97,6
40-49 J.
7,7
47,8
73,8
89,4
50-59 J.
3,0
35,4
64,2
76,8
60 +
0,2
7,8
25,1
39,2
 
Berufstätigkeit
in Ausbildung
15,1
81,1
97,6
100,0
berufstätig
9,1
59,3
78,6
90,7
Rentner/nicht berufstätig
0,5
14,8
32,0
44,7

Quelle: ARD-Onlinestudie 1997, ARD/ZDF-Onlinestudie 1998 - 2012


Besonders die Langzeitentwicklung seit dem Beginn der Studie deutet darauf hin, dass die Frage der Internetnutzung keine Alters- sondern eine Kohortenfrage zu sein scheint. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Offlinern hauptsächlich um diejenigen handelt, die ggf. nie selbst berufstätig waren oder aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind, bevor das Internet zu einem oder wenn nicht sogar zu dem vorrangigen Standard-Kommunikationsweg im Berufsalltag geworden ist. Bleibt es bei dieser Langzeitentwicklung kann man davon ausgehen, dass es sich bei der Digital Divide in Form der Nutzungshäufigkeit um kein wirklich nachhaltiges Problem handeln wird.

Die Verbreitung und Bepreisung der (mobilen) Breitbandangebote der Zukunft sowie möglicher Online-Geschäftsmodelle, die eine Monetarisierung aufgrund von Zugangshürden im Markt durchsetzen können, werden jedoch unter Umständen eine nachhaltige Trennlinie in der Art und Weise der Nutzung des Internets bedingen.

Die Digital Divide der Zukunft ist keine Frage der Zugangsquantität der Nutzer, sondern der Qualität der Nutzung. Dies müsste in zukünftigen Erhebungen der Studie berücksichtigt werden.


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